• Luftbild-Daten ins Training

    Über die mittlerweile vielen unterschiedlichen KI-Möglichkeiten wird nun versucht, Strukturen in Luftbildern zu erkennen. Wege gibt es dazu „wie Sand am Meer“. Trotz alledem ist es ganz schön schwierig, ein wirkliches „Tüftelgebiet“. Offen gesagt:

    Ich selber hätte garkein soooo großes Interesse daran, vor Ort mit Metallsonde und Spaten den Spuren nachzugehen (naja, ab und an mache ich das auch). Der „eigentliche Schatz“ ist der technische Weg dorthin, die Analyse von Luftbild-Daten, die Entwicklung und Strukturierung von Algorithmen.

    Ein recht geeignetetes Trainingslager (hoffentlich) die die Datensphäre zwischen Ostercappeln und Bohme. Hier lassen sich schon mit bloßem Auge eine Menge Luftbild-Spuren erkennen. KI wird dort sicherlich einiges zu Tage bringen.

    Es ist ein herrlicher Zeitvertrieb (und ein den Kopf trainierender Spaß) in die Möglichkeiten von z.B. YOLO, Detectron, PyTorch einzusteigen. Leider leider leider reicht die Zeit hinten und vorne nicht. Ich wünsche, Tage hätten 36 Stunden (oder mehr)….

  • KI-Projekt für Niedersachsen beginnt

    Weltweit wächst der Einsatz von KI zur Lösung unterschiedlicher Aufgaben. Bereits jetzt schwanken die Bewertungen zwischen „genial“ und „unheimlich“ (mit verschiedenen Grautönen). Von dem Betreiber dieser Webseite wird KI bereits rege zur Programmierung unterschiedlicher Lösungen eingesetzt.

    Und das Potenzial für die Archäologie ist massiv: Natürlich gilt das auch für eine Auswertung von Luftbildern im Allgemeinen. Insbesondere das „Nazca“-Projekt ist hier ein Gradmesser: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2407652121

    Nun, zwischen KI + Archäologie im Sinne von Pytorch, YOLOv3, SOTA DINOv2, Python-Pillow ist sicherlich noch etwas Platz für eine kleine Lösung, welche sich auf Luftbilder in Niedersachsen stürzt. So soll es sein. Die nächsten Monate werden spannend, denn: KI ist bereits jetzt (entsprechend trainiert) deutlich und massiv fähiger als Menschen, leistungsbereiter und ausdauernder. Gleichzeitig (auch das ist unstrittig) wird sie sich für viele Menschen als Fluch erweisen. Wie immer bei solchen Weggabelungen gilt: Nicht den Anschluss verpassen…Wollen wir doch in den nächsten Monaten mal sehen, was sich da für Luftbilder und Niedersachsen daraus ableiten lässt. Im Winter können Abende ja recht lang sein…:-)

    Bildquelle: © GeoBasis-DE/LGLN 2025
    Bildquelle: © GeoBasis-DE/LGLN 2025
  • Auflösung des Rätsels „Diamantentisch“

    Es empfiehlt sich, sich auf http://charta-thesauri.de kostenlos zu registrieren und sich dann einzuloggen.
    Dann hat man etwas mehr Möglichkeiten in der Kartenanwendung.

    „Der Sage nach soll sich an einem Ort in Niedersachsen, tief unten in einem Brunnen, eine diamantene Tischplatte befinden.
    Alle Versuche, diesen Schatz zu heben, scheiterten bislang. Die Alten erzählen sich, dieser Würde vom Teufel persönlich behütet.
    Einstmals gelang es einer weisen Frau, das Böse zu bannen. Gemeinsam mit einigen starken Männern machte sie sich des Nachts zum Burgplatz hinauf. Fasthatten sie diesen aus dem Brunnen heraus, als sie jedoch vom Funkeln der Diamanten so geblendet wurden, dass der Tisch erneut weit in die Tiefe stürzte und die Frau noch an Ort und Stelle verstarb.
    Der Burgplatz weist eine Höhe von knapp 180 Metern auf, einen Steinwurf entfernt sind es nur noch 150 Meter.“

    Durch etwas Recherche (Google & Co.) gelangt man zur „Holter Burg“ bei Bissendorf.
    Zoomt man dort tief in die Karte (https://charta-thesauri.de/geodaten/) rein, dann erscheint ein kleiner blauer Punkt (der sog. „Hinweispunkt“).
    Überfährt man diesen mit der Maus, dann wird der Punkt größer und rot und man erhält folgenden Hinweis:



    Anschließend:
    Die Eule weist Dir den Weg. „Gehe etwa 4000 Ellen nach Westen“.
    Dort, unweit des „Schmedberges“ und des Feldes vom Bauern Niemeyer trennt ein Bach den Wald. Und noch etwas Anderes wird hier getrennt.
    Mache hier Rast und schaue genau. Du wirst einen auffälligen Schatten finden. Dieser ist Dein Kompass.
    Wenn Du in die Tiefe gehst, dort, wo der Boden voll mit Nadeln ist, so findest Du dort einen Hinweis, dass Du die Spur gefunden hast.“

    4000 Ellen (Preußisches Maß) sind etwa 1650 Meter. In der Grundkarte wird deutlich, dass hier die Gemeinden Bissendorf und Georgsmarienhütte getrennt werden.
    Aktiviert man in der Kartenanwendung die Karte „LK Osnabrück (1827-1861) dann wird auch das Bachbett deutlich, das den Wald zertrennt.



    Über die „Regionsübergreifenden Luftbilder“ (Google) findet man den auffälligen Schatten:



    Wenn man hier nun tief nach unten zoomt, dann erscheint der blaue Hinweispunkt.
    Überfährt man diesen mit der Maus, dann wird der Punkt größer und rot und man erhält folgenden Hinweis:



    „Folge dem Schatten für ca. 1,9 Kilometer. Unweit des Lindwurms liegt viel Gestein und Geröll.
    Du findest azurblaues Wasser und einen blühenden Obstbaum. Dieser gibt Dir einen Hinweis.“

    Mit dem Gestein und Geröll sind die Steinbrüche gemeint.
    Bei Nutzung verschiedener Luftbilder in der Karte findest Du folgenden Ort:



    Wie Du siehst: Azurblaues Wasser und einen blühenden Obstbaum 🙂

    Wenn Du hier nun tief nach unten zoomst, dann erscheint wieder der kleine blaue Punkt. Diesen mit der Maus überfahren, dann siehst Du folgendes:



    Den Schatz (die Lösung des Rätsels) findet Du dann bei den „Holtingsbänken“:
    UTM-Koordinate: 446379.35 5786248.64
    Länge/Breite: 8.215 52.22405

    Dort sind auch die zwei „Besonderheiten aus der Vergangenheit“ (Grabhügel, werden über den Denkmal-Layer ersichtlich).

  • Buch: Pilotstudien. 12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt

    Pilotstudien
    12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt
    Ralf Schwarz (2003), Herausgegeben von Harald Meller
    Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für Vorgeschichte

    Das Buch ist sehr zu empfehlen. Es enthällt eine große Fülle qualitativ hochwertiger Bildaufnahmen
    und gibt dem Leser/der Leserin einen recht guten Eindruck von archäologischen Fundorten aus Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit,
    der Zeit der Römer und dem Mittelalter. Viele der Aufnahmen können – soweit das über die Luftbildarchäologie möglich ist – eine Orientierung zu Eigenfunden liefern.

    Schwarz schreibt: „Erhalten haben sich die in den Boden eingetieften Siedlungsstrukturen wie Gräben, Gruben und Gräber. Diese Hohlformen sind zwar wieder mit Erde verfüllt, doch haben sich ihre Umrisse im Boden erhalten, wobei sich die Füllungen mehr oder weniger deutlich vom anstehenden Boden abheben. Aufgrund besonderer Feuchtigkeitsverhältnisse in den Hohlformen und daraus resultierender Unterschiede zum trockneren anstehenden Boden werden die verborgenen Siedlungs- und Bestattungsplätze für kurze Zeit im Jahre sichtbar und zwar entweder über die unterschiedliche
    Färbung des Bodens oder aber über den unterschiedlichen Wuchs der
    Getreidepflanzen. (…). Dabei kann man davon ausgehen, dass die Zerstörung der Fundstellen umso weiter fortgeschritten ist, je klarer sich die Strukturen im Luftbild präsentieren.
    Das Luftbild domukentiert somit auch den Zerstörungsgrad der Fundstellen (…). (S. 10-11).

    Die präzisen und ausdrucksstarken Bildaufnahmen motivieren den Betrachter selber „auf die Suche“ zu gehen und somit einen möglichen archäologischen Beitrag zu leisten.
    Auch wenn völlig unstrittig ist: Für eine umfassende Spurenanalyse braucht es Profis direkt vor Ort, die mit professionellen Mitteln eine zeitliche Datierung
    und mögliche Interpretation vornehmen. Dennoch: Auch der Schreiber dieser kleinen Bewertung nutzt das Werk von Herrn Schwarz regelmässig, um festgestellte Bildauffälligkeiten in einen möglichen Kontext zu setzen.

    Pilostudien 12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt Ralf Schwarz (2003), Herausgegeben von Harald Meller Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für Vorgeschichte
    Pilostudien 12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt Ralf Schwarz (2003), Herausgegeben von Harald Meller Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für Vorgeschichte
  • Aktuelles Geo-Rätsel „Diamantener Tisch“

    Das Rätsel vom Diamantentisch

    Kleiner Tipp: Um das Rätsel zu lösen muss man nicht vor Ort sein. Es reicht völlig, wenn man nachdenkt, überlegt, recherchiert und die Kartenanwendung nutzt 😉

    Der Sage nach soll sich an einem Ort in Niedersachsen, tief unten in einem Brunnen, eine diamantene Tischplatte befinden.
    Alle Versuche, diesen Schatz zu heben, scheiterten bislang. Die Alten erzählen sich, dieser Würde vom Teufel persönlich behütet.
    Einstmals gelang es einer weisen Frau, das Böse zu bannen. Gemeinsam mit einigen starken Männern machte sie sich des Nachts zum Burgplatz hinauf. Fast
    hatten sie diesen aus dem Brunnen heraus, als sie jedoch vom Funkeln der Diamanten so geblendet wurden, dass der Tisch erneut weit in die Tiefe stürzte und die Frau noch an Ort und Stelle verstarb.
    Der Burgplatz weist eine Höhe von knapp 180 Metern auf, einen Steinwurf entfernt sind es nur noch 150 Meter.


    In der Karte zeigt Dir eine schwarze Eule, dass Du den richtigen Ausgangspunkt gefunden hast.

    Die Eule weist Dir den Weg. „Gehe etwa 4000 Ellen nach Westen“.
    Dort, unweit des „Schmedberges“ und des Feldes vom Bauern Niemeyer trennt ein Bach den Wald.
    Mache hier Rast und schaue genau. Du wirst einen auffälligen Schatten finden. Dieser weist Dir den Weg.
    Wenn Du in die Tiefe gehst, dort, wo der Boden voll mit Nadeln ist, so findest Du dort einen Hinweis.

    Folge dem Schatten für ca. 1,9 Kilometer. Unweit des Lindwurms liegt viel Gestein und Geröll.
    Du findest azurblaues Wasser und einen blühenden Obstbaum. Dieser gibt Dir einen Hinweis.

    Schwierigkeitststufe 5 (von 10)
    https://charta-thesauri.de/index.php/digitale-schatzsuche/
    Karte https://charta-thesauri.de/geodaten/
    Premiumkarten zur Lösung des Rätsels nicht erforderlich
    Zu erhaltene Punkte: 25

    Wenn Du zu dem richtigen Ort kommst, dann wird Dir dieses Symbol präsentiert:

  • Traum vom Römerlager in Spielkartenform

    Wer träumt nicht davon? Auf Luftbildern mal ein typisches Römerlager in Spielkartenform zu entdecken…

    Naja, dieses hier ist wohl eher keines, dennoch ganz beeindruckend. Mutmaßlich mit Doppelgräben an zwei Seiten. Im näheren Umfeld noch viele weitere Strukturen. Ort: Geheim.



  • Koordinaten sind das „A und O“

    In der Kartenanwendung unter https://charta-thesauri.de/geodaten/ ist es jetzt auch möglich, nach Koordinaten zu suchen. Koordinaten sind das „A und O“ für eine Suche im Feld. Als Nutzer kannst Du diese z.B. im Bezugssystem „WGS84“ eingeben (klassischer Längengrad/Breitengrad). WGS84 ist auch die geodätische Grundlage des GPS-Systems. Nutzt Du also einen GPS-Tracker, so wird diese auch immer die Möglichkeit bieten, Längengrad/Breitengrad (Dezimalausgabe) auszugeben.

    Um zu überprüfen, was an ggf. historischen Auffälligkeiten in der Nähe dieser Koordinaten zu finden ist, hilft Dir obige Kartenanwendung.

    Und natürlich kannst Du Koordinaten auch in „UTM 32N“ eingeben. Das UTM-System (von Universal Transverse Mercator) ist gleichfalls ein globales Koordinatensystem.

    Koordinateneingabe auf Charta thesauri
    Koordinateneingabe auf Charta thesauri
  • Ehemalige Flurstücksgrenzen

    Insbesondere in Kombination mit der Preußische Landesaufnahme (1877-1912) lassen sich häufig auch aktuell noch sehr schön ehemalige Flurstücksgrenzen erkennen.

  • Buchrezension: (Song, Leidorf) „Faszination Luftbildarchäologie“

    Baoqan Song, Klaus Leidorf

    Faszination Luftbildarchäologie

    Die Welt aus der Vogelperspektive

    2020, wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt

    Das Buch von Song und Leidorf ist ein sehr schönes Werk, um dem/der klassischen Normalbürger/in die Faszination der „Luftbildarchäologie“ näherzubringen. Eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Bilder fesselt den Betrachter/die Betrachterin und macht Lust darauf, zu erfahren, was sich hinter den beeindruckenden Bildern wohl verbirgt.

    Das Buch enthält Bildaufnahmen aus Deutschland, Italien, Ungarn, China, dem Iran und vielen weiteren Ländern.

    Der Schreiber dieser Rezension, zwar Geograf und Geoinformatiker (aber dem Feld der „Luftbildarchäologie“ eher fachfremd verbunden) lernt durch dieses Buch sehr viel dazu. So wird es den LeserInnen, die das Thema interessiert, allgemein ergehen.

    Klaus Leindorf schreibt in der Einführung bedrückend und sehr treffend: „(…) jedoch stellen inzwischen Luftaufnahmen die einzig gebliebenen Hinweise auf die Aktivitäten unserer Vorfahren in einer Region dar, da Erosion und die enorm zunehmende Bautätigkeit in der Fläche immer mehr Fundstellen verschwinden lassen.“ (S. 11).

    Baoqan Song erläutert im Kapitel „Bodendenkmäler als Zeugnis der Geschichte“: „Die Luftbildarchäologie spielt (.) eine Pionierrolle, da sie dazu beiträgt, durch ihre großräumige und systematische Befliegung zahlreiche neue Bodendenkmäler zu entdecken und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie ist die einzige Feldmethode, die nicht nur punktuelle sondern auch flächendeckende Prospektion ermöglicht. (…) Seitdem die Luftbildbildarchäologie eingesetzt wird, wurde die Anzahl bekannter Bodendenkmäler nicht selten verdoppelt. Die Luftbildbefunde bleiben oft die einzigen Belege für die Existenz bestimmter Bodendenkmäler.“ (S. 14)

    Das sehr empfehlenswerte Buch sei all jenen ans Herz gelegt, die ein Interesse an Bilddaten und ihren Ersterkenntnissen über lange vergangene historische Begebenheiten haben. Es ist lebendig geschrieben (ergänzt durch packende Luftbilder) und insbesondere für (noch) fachfremde Interessenten/innen ein ganz ausgezeichneter Einstieg in diese wichtige und interessante Thematik.

    Baoqan Song, Klaus Leidorf Faszination Luftbildarchäologie Die Welt aus der Vogelperspektive (2020, wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt
    Baoqan Song, Klaus Leidorf Faszination Luftbildarchäologie Die Welt aus der Vogelperspektive (2020, wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt
  • Aussergewöhnlich schöner Treffer in Bohmte

    In Bohmte (LK Osnabrück, direkt an der „Haldemer Straße“) ein offensichtlicher Treffer.

    © GeoBasis-DE/LGLN 2011
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    © GeoBasis-DE/LGLN 2017
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    © Google 2025
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    © ESRI 2021
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