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Buch: Pilotstudien. 12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt
Pilotstudien
12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt
Ralf Schwarz (2003), Herausgegeben von Harald Meller
Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für VorgeschichteDas Buch ist sehr zu empfehlen. Es enthällt eine große Fülle qualitativ hochwertiger Bildaufnahmen
und gibt dem Leser/der Leserin einen recht guten Eindruck von archäologischen Fundorten aus Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit,
der Zeit der Römer und dem Mittelalter. Viele der Aufnahmen können – soweit das über die Luftbildarchäologie möglich ist – eine Orientierung zu Eigenfunden liefern.Schwarz schreibt: „Erhalten haben sich die in den Boden eingetieften Siedlungsstrukturen wie Gräben, Gruben und Gräber. Diese Hohlformen sind zwar wieder mit Erde verfüllt, doch haben sich ihre Umrisse im Boden erhalten, wobei sich die Füllungen mehr oder weniger deutlich vom anstehenden Boden abheben. Aufgrund besonderer Feuchtigkeitsverhältnisse in den Hohlformen und daraus resultierender Unterschiede zum trockneren anstehenden Boden werden die verborgenen Siedlungs- und Bestattungsplätze für kurze Zeit im Jahre sichtbar und zwar entweder über die unterschiedliche
Färbung des Bodens oder aber über den unterschiedlichen Wuchs der
Getreidepflanzen. (…). Dabei kann man davon ausgehen, dass die Zerstörung der Fundstellen umso weiter fortgeschritten ist, je klarer sich die Strukturen im Luftbild präsentieren.
Das Luftbild domukentiert somit auch den Zerstörungsgrad der Fundstellen (…). (S. 10-11).Die präzisen und ausdrucksstarken Bildaufnahmen motivieren den Betrachter selber „auf die Suche“ zu gehen und somit einen möglichen archäologischen Beitrag zu leisten.
Auch wenn völlig unstrittig ist: Für eine umfassende Spurenanalyse braucht es Profis direkt vor Ort, die mit professionellen Mitteln eine zeitliche Datierung
und mögliche Interpretation vornehmen. Dennoch: Auch der Schreiber dieser kleinen Bewertung nutzt das Werk von Herrn Schwarz regelmässig, um festgestellte Bildauffälligkeiten in einen möglichen Kontext zu setzen.
Pilostudien 12 Jahre Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt Ralf Schwarz (2003), Herausgegeben von Harald Meller Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für Vorgeschichte -
Aktuelles Geo-Rätsel „Diamantener Tisch“
Das Rätsel vom Diamantentisch
Kleiner Tipp: Um das Rätsel zu lösen muss man nicht vor Ort sein. Es reicht völlig, wenn man nachdenkt, überlegt, recherchiert und die Kartenanwendung nutzt 😉
Der Sage nach soll sich an einem Ort in Niedersachsen, tief unten in einem Brunnen, eine diamantene Tischplatte befinden.
Alle Versuche, diesen Schatz zu heben, scheiterten bislang. Die Alten erzählen sich, dieser Würde vom Teufel persönlich behütet.
Einstmals gelang es einer weisen Frau, das Böse zu bannen. Gemeinsam mit einigen starken Männern machte sie sich des Nachts zum Burgplatz hinauf. Fast
hatten sie diesen aus dem Brunnen heraus, als sie jedoch vom Funkeln der Diamanten so geblendet wurden, dass der Tisch erneut weit in die Tiefe stürzte und die Frau noch an Ort und Stelle verstarb.
Der Burgplatz weist eine Höhe von knapp 180 Metern auf, einen Steinwurf entfernt sind es nur noch 150 Meter.
In der Karte zeigt Dir eine schwarze Eule, dass Du den richtigen Ausgangspunkt gefunden hast.Die Eule weist Dir den Weg. „Gehe etwa 4000 Ellen nach Westen“.
Dort, unweit des „Schmedberges“ und des Feldes vom Bauern Niemeyer trennt ein Bach den Wald.
Mache hier Rast und schaue genau. Du wirst einen auffälligen Schatten finden. Dieser weist Dir den Weg.
Wenn Du in die Tiefe gehst, dort, wo der Boden voll mit Nadeln ist, so findest Du dort einen Hinweis.Folge dem Schatten für ca. 1,9 Kilometer. Unweit des Lindwurms liegt viel Gestein und Geröll.
Du findest azurblaues Wasser und einen blühenden Obstbaum. Dieser gibt Dir einen Hinweis.Schwierigkeitststufe 5 (von 10)
https://charta-thesauri.de/index.php/digitale-schatzsuche/
Karte https://charta-thesauri.de/geodaten/
Premiumkarten zur Lösung des Rätsels nicht erforderlich
Zu erhaltene Punkte: 25Wenn Du zu dem richtigen Ort kommst, dann wird Dir dieses Symbol präsentiert:

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Traum vom Römerlager in Spielkartenform
Wer träumt nicht davon? Auf Luftbildern mal ein typisches Römerlager in Spielkartenform zu entdecken…
Naja, dieses hier ist wohl eher keines, dennoch ganz beeindruckend. Mutmaßlich mit Doppelgräben an zwei Seiten. Im näheren Umfeld noch viele weitere Strukturen. Ort: Geheim.


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Koordinaten sind das „A und O“
In der Kartenanwendung unter https://charta-thesauri.de/geodaten/ ist es jetzt auch möglich, nach Koordinaten zu suchen. Koordinaten sind das „A und O“ für eine Suche im Feld. Als Nutzer kannst Du diese z.B. im Bezugssystem „WGS84“ eingeben (klassischer Längengrad/Breitengrad). WGS84 ist auch die geodätische Grundlage des GPS-Systems. Nutzt Du also einen GPS-Tracker, so wird diese auch immer die Möglichkeit bieten, Längengrad/Breitengrad (Dezimalausgabe) auszugeben.
Um zu überprüfen, was an ggf. historischen Auffälligkeiten in der Nähe dieser Koordinaten zu finden ist, hilft Dir obige Kartenanwendung.
Und natürlich kannst Du Koordinaten auch in „UTM 32N“ eingeben. Das UTM-System (von Universal Transverse Mercator) ist gleichfalls ein globales Koordinatensystem.

Koordinateneingabe auf Charta thesauri -
Ehemalige Flurstücksgrenzen
Insbesondere in Kombination mit der Preußische Landesaufnahme (1877-1912) lassen sich häufig auch aktuell noch sehr schön ehemalige Flurstücksgrenzen erkennen.


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Buchrezension: (Song, Leidorf) „Faszination Luftbildarchäologie“
Baoqan Song, Klaus Leidorf
Faszination Luftbildarchäologie
Die Welt aus der Vogelperspektive
2020, wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt
Das Buch von Song und Leidorf ist ein sehr schönes Werk, um dem/der klassischen Normalbürger/in die Faszination der „Luftbildarchäologie“ näherzubringen. Eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Bilder fesselt den Betrachter/die Betrachterin und macht Lust darauf, zu erfahren, was sich hinter den beeindruckenden Bildern wohl verbirgt.
Das Buch enthält Bildaufnahmen aus Deutschland, Italien, Ungarn, China, dem Iran und vielen weiteren Ländern.
Der Schreiber dieser Rezension, zwar Geograf und Geoinformatiker (aber dem Feld der „Luftbildarchäologie“ eher fachfremd verbunden) lernt durch dieses Buch sehr viel dazu. So wird es den LeserInnen, die das Thema interessiert, allgemein ergehen.
Klaus Leindorf schreibt in der Einführung bedrückend und sehr treffend: „(…) jedoch stellen inzwischen Luftaufnahmen die einzig gebliebenen Hinweise auf die Aktivitäten unserer Vorfahren in einer Region dar, da Erosion und die enorm zunehmende Bautätigkeit in der Fläche immer mehr Fundstellen verschwinden lassen.“ (S. 11).
Baoqan Song erläutert im Kapitel „Bodendenkmäler als Zeugnis der Geschichte“: „Die Luftbildarchäologie spielt (.) eine Pionierrolle, da sie dazu beiträgt, durch ihre großräumige und systematische Befliegung zahlreiche neue Bodendenkmäler zu entdecken und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie ist die einzige Feldmethode, die nicht nur punktuelle sondern auch flächendeckende Prospektion ermöglicht. (…) Seitdem die Luftbildbildarchäologie eingesetzt wird, wurde die Anzahl bekannter Bodendenkmäler nicht selten verdoppelt. Die Luftbildbefunde bleiben oft die einzigen Belege für die Existenz bestimmter Bodendenkmäler.“ (S. 14)
Das sehr empfehlenswerte Buch sei all jenen ans Herz gelegt, die ein Interesse an Bilddaten und ihren Ersterkenntnissen über lange vergangene historische Begebenheiten haben. Es ist lebendig geschrieben (ergänzt durch packende Luftbilder) und insbesondere für (noch) fachfremde Interessenten/innen ein ganz ausgezeichneter Einstieg in diese wichtige und interessante Thematik.

Baoqan Song, Klaus Leidorf Faszination Luftbildarchäologie Die Welt aus der Vogelperspektive (2020, wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt -
Aussergewöhnlich schöner Treffer in Bohmte
In Bohmte (LK Osnabrück, direkt an der „Haldemer Straße“) ein offensichtlicher Treffer.

© GeoBasis-DE/LGLN 2011 
© GeoBasis-DE/LGLN 2017 
© Google 2025 
© ESRI 2021 -
Irgendwo im Nirgendwo
Nicht alles was man auf Luftbildern findet muss man hektisch in die Karte eintragen. Man kann auch erstmal versuchen, den Landwirt zu kontaktieren, um eine Eigenbegehung zu starten (um dann, im Falle von Funden, den Kreisarchäologen/die Kreisarchäologin zu kontaktieren). Insbesondere bei solch interessanten Mustern. Kleiner Tipp: Irgendwo im Nirgendwo im Landkreis Osnabrück.

© ESRI 2019 
© Google 2025 
© GeoBasis-DE/LGLN 2017 
© GeoBasis-DE/LGLN 2011 -
Vielleicht ein Fund
Im LGLN-Luftbild von 2011 (©LGLN, 2011) ist ein (mutmaßliches) Gebäude zu erkennen, vielleicht ein ehemaliger Stall (??). Gut zu erkennen auch auf der externen Plattform „Esri | World Imagery Wayback“ (Luftbild von 2018).

Quelle: LGLN 2011 
Quelle: OpenStreetMap 2025 
Quelle: ESRI 2018 -
Es ist soweit! Charta thesauri geht online…!
4 Monate lang getestet, getüftelt, nächtelang programmiert. Eine ganze Menge Geld für Kartenlizenzen ausgegeben. Endlich ist es soweit. In seiner ersten Fassung geht die ehrenamtliche Plattform für eine unterstützende Luftbildarchäologie sowie für Vorbereitungskarten für Sondengänger (Niedersachsen) online. Für den Landkreis Osnabrück kann sogar die „Topographische Karte der Landdrostei Osnabrück“ (Zeitraum um 1830) genutzt werden, naja, aufgrund der damaligen Vermessungsstandards ist sie hier und da etwas ungenau. Lässt sich trotzdem gut mit arbeiten 🙂 Und nun viel Spaß. Ach so: Diese Seite ist übrigens weniger für Handys und andere Mobilgeräte gedacht, sie ist eine klassische Informationsseite für einen Desktop-PC (Digital entfalten Karten nur ! dort ihre volle Informations-Wirkung). Wer die Karten aber digital-mobil unterwegs (übrigens auch mit GPS-Unterstützung) nutzen möchte, kann das über die entsprechende App für Mobilgeräte kostenlos gleichfalls tun (Schau mal hier: https://charta-thesauri.de/index.php/mobile-anwendung/ ).